Suche:  



Mehr Informationen


Vogelgrippe/Geflügelpest/Hühnerpest/ Pandemie 

Influenza A Subtyp H5N1 

Das Robert Koch Institut (unterstützt durch die Ständige Impfkommission) empfiehlt Personen, die sich in von der Vogelpest betroffenen Regionen aufhalten, eine Grippeschutzimpfung, auch wenn diese nicht vor dem tierischen Vogelgrippevirus (Influenza A Subtyp H5N1), dem Erreger der sich ausbreitenden Geflügelpest, schützen kann. Menschen werden im Normalfall allerdings nur sehr selten durch „Vogel-Influenzaviren" infiziert. Es gilt jedoch als gesichert, daß sich aus diesem tierischen Vogelgrippevirus H5N1 ein menschenpathogenes (menschenkrankmachendes) Virus entwickeln wird. Hierzu wird es kommen, indem Menschen sich gleichzeitig mit dem herkömmlichen menschlichen Grippevirus (Subtyp der Influenza A) und dem Virus der Vogeltiere infizieren. Dann kommt es sozusagen zu einer „Vermischung" der beiden Viren, aus der ein neues Virus mit einer neuen genetischen Variante entsteht. Dieses menschliche, neue Vogelgrippevirus wird sehr pathogen (krankmachend) und aggressiv sein und sich weltweit von Mensch zu Mensch in Form einer schweren Grippewelle (Pandemie) verbreiten. Wann dies der Fall sein wird, kann niemand vorhersagen, doch die Wahrscheinlichkeit, die Gefahr wächst von Jahr zu Jahr.

Außer durch die beschriebene „Vermischung" des Erbmaterials des menschlichen Influenzavirus und des tierischen Vogelgrippevirus im Menschen selbst gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie das neue Pandemievirus, die menschliche Vogelgrippe entsteht: Das Vogelgrippevirus H5N1 kann sich auch von selbst immer weiter verändern, bis es schließlich auch auf den Menschen überspringen kann. Diese Variante wäre für die Menschheit besonders gefährlich, da noch nicht einmal Anteile der Genmasse dieses Virus dem menschlichen Immunsystem bisher bekannt sind. Unser Immunsystem ist auf dieses Virus somit gänzlich unvorbereitet.

Eine weitere Entstehungsmöglichkeit des Pandemievirus ist im Reservoir Schwein. In den Ländern mit Vogelgrippe leben die Menschen nämlich außer mit Geflügel oft auch auf sehr engem Raum mit Schweinen zusammen - unter hygienisch problematischen Bedingungen. Schweine können sich somit ebenso wie Menschen gleichzeitig mit dem tierischen Vogelgrippevirus sowie mit dem menschlichen, herkömmlichen Influenzavirus infizieren. So kann sich auch im Schwein durch „Vermischung" ein neues, für den Menschen bedrohliches Pandemievirus entwickeln.

Um jedoch eine Pandemie auszulösen, müssen folgende Voraussetzungen, muß folgendes „Szenario" erfüllt sein:

Das Virus muss - falls in einem tierischen Reservoir (z.B. Schwein) gebildet - von diesem auf den Menschen übertragbar sein.
Das Virus muss menschenpathogen sein - also bei Menschen die Grippekrankheit hervorrufen.
Das Virus muss auch von Mensch zu Mensch hoch infektiös, ansteckend, übertragbar sein.

Die Infektion eines einzigen Menschen mit einem solchen Pandemievirus reicht als Keimzelle aus, um eine Lawine, eine Pandemie zu verursachen.

Da nicht genau absehbar ist, wie das neue Grippevirus aussehen wird, kann ein wirksamer Impfstoff gegen das „Menschen-Vogelgrippevirus" erst dann entwickelt werden, wenn es sich einmal gebildet hat und analysiert werden konnte. Die Herstellung des Impfstoffes wird voraussichtlich etwa ein halbes Jahr benötigen - im besten Fall ein viertel Jahr. In dieser Zeit wird sich die Krankheit immer weiter ungehindert verbreiten - in Form einer Pandemie. Da die genetische Zusammensetzung des neuen Virus für das menschliche Immunsystem weitgehend oder gar komplett neu ist, ist es besonders aggressiv, die Krankheitsverläufe werden besonders schwer sein und Komplikationen sowie Todesfälle werden weit häufiger sein als bei den üblichen, „normalen" jährlichen Grippeausbrüchen. Wie bei früheren Pandemien wird dieses Virus nach Expertenaussagen viele Opfer fordern. Ihren Ursprung wird die menschliche Vogelgrippewelle dort nehmen, wo Menschen sehr eng mit Vogeltieren (z.B. Hühnern, Enten) zusammenleben - etwa in Asien.

Die Grippeimpfung für Reisende in Gebiete mit Vogelgrippe ist aus folgenden Gründen sinnvoll:

Damit eine gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Grippeviren vermieden und die Gefahr der Entwicklung eines neuen, möglicherweise pandemischen Virus verringert wird,
damit bei Auftreten von Fieber etc. die herkömmliche Grippe praktisch ausgeschlossen werden kann,
um zu vermeiden, dass eine nach Rückkehr von einer Reise auftretende Grippe fälschlicherweise für eine Vogelgrippe gehalten wird und zu seuchenhygienischen Schutzmaßnahmen führt.
In gewissen, weniger aufgeklärten Ländern könnte aus Unwissen eine Art „Hysterie" ausbrechen: Reisende, die keine Grippeimpfung haben, könnten dann möglicherweise nicht in das Land gelassen werden oder dort isoliert werden oder sie könnten bei Herkunft aus einem Land, in dem die tierische Vogelgrippe herrscht, nicht in ein anderes Land hineingelassen werden - obwohl die „normale" Grippeimpfung nicht gegen die derzeit herrschende, tierische Vogelgrippe oder das Pandemievirus schützt!

Auch ist es möglich, daß durch die Impfung mit dem herkömmlichen Grippeimpfstoff der Verlauf und die Auswirkungen einer menschlichen Vogelgrippe abgeschwächt werden.

Weiteres zur Vogelgrippe und Influenzapandemieplanung -
Fragen und Antworten

Auf den Internetseiten der Bundesärztekammer/ Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Robert Koch Instituts finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema, z.B. „Warum ist das Pandemierisiko derzeit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht?" und „Welche Vorbereitung gibt es für den Fall der Fälle?".

Weiterführende Links und aktuelle Informationen:

 

Weitere, immer aktuelle Informationen zum Thema Impfungen, speziellen Infektionskrankheiten sowie wem welche Impfungen empfohlen werden, finden Sie bei:

Informationen zur Impfung gegen die saisonale Grippe („normale Grippe") finden Sie hier.

Bildquellen:
Bild 1: © Axel Wolkowski / PIXELIO
Bild 2: © Sanofi Pasteur MSD GmbH

DieArztPraxis
Mail an die Praxis