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Was ist eigentlich Sportmedizin?

Aufgrund unserer speziellen Weiterbildung dürfen wir die Bezeichnung Sportmedizin führen. Sporttauglichkeitsuntersuchungen aller Art, z.B. für Startpässe oder Tauchsport, führen wir täglich durch.

Sportmedizin ist ein praktisches und theoretisches Fach der Medizin. Um die Bezeichnung Sportmedizin führen zu dürfen, muss nach dem Staatsexamen - also als schon „fertiger" Arzt - eine zusätzliche Weiterbildung durchlaufen werden. Der angehende Sportmediziner muss sich ein spezielles Wissen und Erfahrung aneignen - sowohl theoretisch wie praktisch und dabei ggf. auch Sportvereine oder Koronargruppen betreuen. Die offizielle Bezeichnung „Sportmedizin" wird dann durch die Ärztekammer erteilt.

Die Bezeichnung Sportarzt hingegen gibt es offiziell eigentlich nicht.

Die Sportmedizin untersucht nicht nur den Einfluss von Bewegung, Training und Sport sondern auch den Einfluss von Bewegungsmangel auf den gesunden wie auf den kranken Menschen. Ebenso geht es um die Vorbeugung und Behandlung von Sportverletzungen sowie um die Regeneration und den Aufbau nach einer Sportverletzung. Die Erkenntnisse der Sportmedizin dienen der Prävention (Vorbeugung), der Therapie und der Rehabilitation von Erkrankungen des Herz- / Kreislaufsystems wie auch des Bewegungsapparates. Diese Erkenntnisse dienen aber auch wiederum dem Sport selbst.

Bewegung ist alles

Es ist längst wissenschaftlich ausführlich untersucht und bewiesen, dass durch Bewegung und die richtige Art und Weise, Sport zu treiben, Herz- / Kreislauferkrankungen sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates nicht nur vorgebeugt sondern auch behandelt werden können. So wirken z.B. Ausdauersportarten vorbeugend auf Herz- / Kreislauferkrankungen. Unter anderem wird der Blutdruck gesenkt, der Fettstoffwechsel ( z. B. Cholesterin) wird günstig beeinflusst, der Blutzucker wird gesenkt. Der innere Stress wird abgebaut. Dies ist messbar über die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin. Ausdauersport wirkt so u. a. vorbeugend gegen Herzkranzarterienverkalkung, andere Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall, Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Bewegung und Sport helfen Rückenbeschwerden und Verspannungen - z. B. im Schultergürtel- / Nackenbereich vorzubeugen und diese günstig zu beeinflussen.

Durch die Erkenntnisse der Sportmedizin wurde unter anderem der Herzgruppensport (also Sport von Herz- / Kreislaufkranken) etabliert, da die Sportmedizin den günstigen Einfluss von Bewegung und Sport auf das Herz- / Kreislaufsystem erkannte.

Leistungssport / Breitensport / Kein Doping

Sportmedizin ist also kein Hobby von leistungssportfanatischen Medizinern, sondern dient der Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Der Sportmediziner ist deshalb auch kein Dopingspezialist oder jemand, der sich mit Doping oder Leistungssteigerung besonders gut auskennen würde. Dies ist nicht seine Aufgabe - auch nicht, sich ausschließlich mit medaillenträchtigen Hochleistungssportlern zu beschäftigen.

Die Befassung mit Leistungs- und Hochleistungssportlern stellt andererseits jedoch durchaus eine sportärztliche Notwendigkeit dar, denn ein Athlet, der jahrelang fast täglich mehrere Stunden trainiert und an dessen Leistungen sich viele Menschen begeistern und der für viele Vorbild ist und so zu sportlicher Betätigung motiviert, hat Anspruch auf eine regelmäßige sportmedizinische Untersuchung und fachkundige Beratung - ebenso wie der Breiten- und Hobbysportler.

Sportverletzungen

Es geht hierbei oft um die Behandlung von Verletzungen. Viel wichtiger erscheint jedoch, dass der Sportmediziner Sportler darauf aufmerksam macht und sie berät, wie sie Verletzungen vorbeugen können.

Im Verletzungsfall zielt die Beratung dann auch darauf ab, dass der Sportler nicht zu schnell wieder sein Training aufnimmt, sondern eine möglichst aktive Regenerationsphase einleitet, um die Verletzungen auszukurieren. Nur so können Folge- und Langzeitschäden abgewendet werden und die Sportler so schnell wie möglich ihre volle Leistung wieder erbringen und wieder wettkampftauglich werden.

Hier hat der Sportmediziner die Aufgabe, den mit Ungeduld drängenden Athleten zu zügeln, ihn zu führen und ihn anzuleiten, wie die Rehabilitation möglichst aktiv gestaltet werden kann, da dies für Psyche sowie Ausgeglichenheit von Geist und Körper des Athleten wichtig ist. Durch eine möglichst aktive Wiederaufbauphase kann der Sportler um so früher auch wieder sportartspezifisch trainieren und möglichst früh wieder in den Wettkampf gehen, da er so nicht unnötig viel Kondition, Kraft und Flexibilität durch seine Verletzung verliert.

Sportverletzungen - Therapie und Vorbeugung

Vor „gesund" - spritzen wird gewarnt. Eine Verletzung muss gut auskuriert werden. Durch Spritzen werden Probleme oft nur verschleiert und Schmerzen unterdrückt. So fehlt dann das wichtige Warnsignal Schmerz. Es besteht die Gefahr, dass die Verletzungsfolgen hierdurch schlimmer werden oder ein Problem sogar chronisch wird. Andererseits kann eine Injektion in bestimmten Fällen durchaus angezeigt sein - wenn diese in ein vernünftiges Behandlungs- und Rehabilitationskonzept eingebettet sind.

In der Rehabilitation von Sportverletzungen spielt die physikalische Therapie oft eine hervorragende Bedeutung: Sportphysiotherapie beim Therapeuten, Elektrotherapie wie Hochvolt, Ultraschall und Eistherapie.

Zur Vorbeugung von Sportverletzungen gehören nicht nur ein Warming-up (Aufwärmen), sondern auch gezieltes, sportartspezifisches Cooling-down wie Auslaufen und Stretching sowie möglichst ein vernünftiger Ausgleichssport.

Übertraining - Trainingspausen

Eine wichtige Aufgabe des Sportmediziners ist es auch, mäßigend und fördernd auf den Athleten einzuwirken, damit z.B. Übertraining vermieden wird und auf dem Saisonhöhepunkt dann auch wirklich die individuelle Höchstleistung erbracht werden kann.

Überhaupt sollten grundsätzlich Trainingspausen eingelegt werden. Der Körper (und auch die Psyche) soll sich dann erholen, regenerieren. - Auch wenn man sich an einem Tag einmal „kaputt" fühlt, sollte der Sportler diesem Warnsignal lieber nachgeben, auf eine Trainingseinheit verzichten und sich lieber ausruhen oder höchstens ein leichtes Regenerationstraining betreiben.

Also Sportler: Höre auf Deinen müden Körper! Überstrapaziere ihn nicht mit Deinem starken Geist und Willen, sonst droht die Verletzung oder gar schlimmeres...

Was tun bei Infekten, Krankheit?

Bei Infekten wie Husten, Schnupfen, Halsweh, Magen- / Darmverstimmungen sollte der Sportler immer seinen Arzt aufsuchen und eine Trainingspause einlegen. Die Gefahr einer Herzmuskelentzündung (Myocarditis) wäre sonst nicht unerheblich. Auch können Infekte verschleppt werden und so die Leistung lange Zeit reduzieren.

Bildquelle(n):
Bild 1, 2, 3, 4: Fit for Life

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