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Was tun bei einem Kernkraftwerkunglück?

Liebe Patientinnen und Patienten,

die vorsorgliche Einnahme von Jodidtabletten zu Verhinderung eines Kropfes (Jodprophylaxe) ist nicht gleichzusetzen mit der Einnahme von hochdosierten Jodidtabletten im Falle eines Kernkraftwerkunglücks in unserer Nähe. - In diesem Falle müssten spezielle, hochdosierte Jodidtabletten eingenommen werden, um durch Jodblockade möglichst einem Schilddrüsenkrebs vorzubeugen. Dies allerdings nur, wenn die Bevölkerung durch z. B. Radio oder Fernsehen hierzu aufgefordert wird.

Wir alle in der Nähe von Atomkraftwerken sind nach einem Reaktorunglück durch radioaktives Jod gefährdet - nicht nur jemand mit einem Kropf. Wir raten Ihnen, pro Familienmitglied eine solche Packung für den Ernstfall zu Hause zu lagern. Im Falle eines Reaktorunfalles werden nämlich in den sogenannten „Depots des Regierungspräsidiums" diese hochdosierten Jodtabletten wahrscheinlich nicht in ausreichender Menge vorhanden sein. Auch wird es zu Zeitverzögerungen kommen, bis diese Jodtabletten von staatlichen Stellen schliesslich an die Bevölkerung verteilt sind. Wenn jedoch die Aufnahme von Radiojod in den Körper schon erfolgt ist, können zu spät eingenommene Jodtabletten die Krebsentstehung sogar zusätzlich fördern.
Laut Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheitswesen (Schweiz) muss in einer Entfernung bis zu 4 km (Zone 1) um ein Kernkraftwerk die Einnahme sofort nach dem Unglück erfolgen. Bis eine sich ausbreitende radioaktive Wolke die Zone 2 (4-20 km) erreicht hat, dauert es nur ca. 2 Stunden. Die Randgebiete der Zone 2 (20 km) werden nach ca. 10 Stunden gefährdet sein. Dies ist abhängig von Windrichtung und -stärke. Nur die sofortige Aufnahme von stabilem Jod kann die Einlagerung von radioaktivem Jod verhindern: Schilddrüsen-Blockade.

Ihre
Dres. med. Welf und Heike Dieterich
und Team

Ratschläge zu richtigem Verhalten bei Kernkraftwerksunfällen

  • Hier finden Sie den Notfallschutz-Ratgeber des Regierungspräsidiums Freiburg. Dieser erläutert z.B. wie Sie im Notfall gewarnt werden, wie Sie sich in der Situation am besten verhalten und wo Sie Jodtabletten bekommen.
  • www.kaliumiodid.ch informiert detailliert über die Jodtabletten, die im Notfall eingenommen werden sollten.
  • Die Schweiz verfügt über ein sogenanntes Notfallschutzgesetz, welches Sie unter www.ensi.ch einsehen können. 

Bildquelle: © Martina Berg - Fotolia.com

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